Die diesjährige Jahreshauptversammlung des VfR Rot-Weiß Niedertiefenbach 1927 e. V. erforderte von den mehr als 60 erschienenen Mitgliedern viel Sitzfleisch. Ganze drei Stunden Aufmerksamkeit erforderte die Abhandlung der zahlreichen Tagesordnungspunkte, die neben den Neuwahlen des Vorstandes u. a. auch eine Änderung der Vereinssatzung und die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ab dem kommenden Jahr enthielt. Doch der Reihe nach.


Stefan Heinz eröffnete als 1. Vorsitzender die Versammlung mit einem Rückblick auf die abgelaufene Saison. Dabei lobte er den scheidenden Trainer Peter Henkes für seine hervorragende Arbeit in den vergangenen drei Jahren. Die erste Seniorenmannschaft hat sich spielerisch und taktisch kontinuierlich verbessert, was der sehr zufrieden stellenden 6. Platz der in der Kreisliga A belegt. Spielausschussvorsitzender Oliver Keul pflichtete dem bei und ergänzte, dass mit den Winterneuzugängen Stefan Stöhr und Marian Dillmann zwei absolute Leistungsträger den Kader verstärkt haben. Die zweite Mannschaft hätte vom Potential durchaus mehr erreichen können, dennoch, so Heinz, funktioniere die Spielgemeinschaft mit dem TuS Dehrn außerordentlich gut und man freue sich auf eine erfolgreiche Fortsetzung der Zusammenarbeit in der kommenden Saison. Immerhin, so betonte Keul, konnte die SG Dehrn/Niedertiefenbach mit Steffen Schäfer den zweitbesten Torjäger der Kreisliga C3 stellen.

Jugendleiter Dr. Volker Graulich bedauerte, dass die Vereine TuS Schupbach, TuS Wirbelau, SV Heckholzhausen und TuS Gaudernbach ab der kommenden Saison eigene Wege im Jugendbereich gehen und die erfolgreiche Arbeit von mehr als 15 Jahren JSG Beselich/Dehrn/Gaudernbach/Wirbelau nicht mehr fortsetzen wollen. Die neue JSG Niedertiefenbach/Dehrn wird trotzdem in der Saison 2017/18 alle Altersklassen von den A-Junioren bis zu den Minikickern mit mindestens einem Team besetzen können. 25 lizensierte Trainer stehen zur Verfügung, um die ca. 160 Jugendlichen der neuen Spielgemeinschaft zu betreuen.

Marco Löw verkündete als Abteilungsleiter der Alten-Herren stolz, dass man in diesem Jahr noch ungeschlagen sei und lud alle Fan des gepflegten Fußballs ein, sich die Spiele der AH am späten Samstagnachmittag live und vor Ort anzuschauen.

Die Gymnastikabteilung konnte nach den Worten von Martina Schneider durch den, von der DOSB-lizenzierten Übungsleiterin Dagmar Schlicht angebotenen Fitnesskurs, einen deutlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Heinz ergänzte, dass die Gymnastikabteilung eine zunehmend wichtigere Rolle im VfR einnimmt und mittelfristig neu strukturiert werden soll.

Winfried Schmidt musste in seinem mit Spannung erwarteten Kassenbericht die schlechte Nachricht überbringen, dass der VfR das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Minus von ca. 4000 Euro abgeschlossen hat. Er begründete dies mit fehlenden Einnahmen aus Sonderveranstaltungen wie Fastnacht oder Kirmes, sowie den laufenden Raten für das, zum Bau des Kunstrasenplatzes, aufgenommene Darlehen. Schmidt machte den anwesenden Mitgliedern deutlich, dass aufgrund fehlender Rücklagen und anstehender Sanierungsarbeiten am Vereinsheim eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge unumgänglich sei, zumal der Landessportbund Zuschüsse von einem angemessenen Mitgliedsbeitrag abhängig macht, welcher mit mindestens 50 Euro p. a. beziffert wird. Im Auftrag des Vorstandes schlug Schmidt eine Erhöhung der Jahresbeiträge von 36 auf 50 Euro (Erwachsene) und von 18 auf 24 Euro (Kinder/Jugendliche) vor. Für Familien, in denen beide Elternteile Mitglied sind, soll der Gesamtbeitrag auf 124 Euro pro Jahr gedeckelt werden. Bei der Abstimmung votierten 75 Prozent der Anwesenden für die vom Vorstand vorgeschlagene Erhöhung, die restlichen Mitglieder stimmten für eine Gegenvorschlag aus der Versammlung, den Jahresbeitrag für Erwachsene auf 60 Euro festzusetzen. Gegenstimmen zur geplanten Beitragserhöhung gab es nicht.

Verhältnismäßig schnell abgehandelt wurde die lt. Vorstand notwendige Änderung der Vereinssatzung. Dr. Graulich erklärte anschaulich, dass einige Formulierungen an die Mustersatzung des LSB angepasst werden müssen, um den handelnden Personen im Vorstand mehr Rechtssicherheit zu geben. Die rein formellen Änderungen wurden einstimmig beschlossen.

Zum Schluss musste noch ein neuer Vorstand gewählt werden. Unter tosendem Applaus der Mitglieder wurde Stefan Heinz das Vertrauen für weitere zwei Jahre als 1. Vorsitzender des VfR ausgesprochen. Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurden

Heinz Müller

Sascha Kollang (2. Vorsitzender), Winfried Schmidt (1. Kassierer), Ulrich Heinz (2. Kassierer), Dr. Volker Graulich (Jugendleiter), sowie die Beisitzer Steffen Gräf und Tina Schulz. Der langjährige Geschäftsführer Heinz Müller (Foto), stellte sein Amt nach 34 Jahren zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger im geschäftsführenden Vorstand wählte die Versammlung Andreas Schoth. Für den verstorbenen Clemens Gräf und den ausscheidenden Thomas Schlitt rücken Doris Ahlbach und Daniel Knoth als Beisitzer in den Vorstand nach. Darüber hinaus wurden Martina Schneider als Vertreterin der Gymnastikabteilung und Oliver Keul als Vertreter der Seniorenabteilung einstimmig als Mitglieder des erweiterten Vorstandes bestätigt.

Ähnlich harmonisch liefen die abschließenden Wahlen der ebenfalls wichtigen, nicht vorstandsrelevanten Ämter ab. Ralf Bernhardt, Christian Grasso und Kai Stippler unterstützen Oliver Keul im Spielausschuss bzw. als Mannschaftsbetreuer der Senioren. Als Platzkassierer sprach die Versammlung Siegfried Heymann, Michael Noll und Michael Mais einhellig ihr Vertrauen aus.

Danach erklärte Stefan Heinz die Veranstaltung für beendet. Heinz bedankte sich bei den anwesenden Mitgliedern für ihr zahlreiches Erscheinen und den konstruktiv sachlichen Ablauf der Versammlung. Die Angesprochenen quittierten dies mit Beifall und ließen den mittlerweile späten Abend bei einem Imbiss und Freigetränken ausklingen.